• Empfehlung

    When the Going Gets Tough, the Tough Get Going

    Ich ringe immer noch um Worte. Und um Haltung. Denn so krisenhaft alles gerade ist, ich möchte trotzdem fröhlich bleiben, die Zeit mit meinen Kindern so positiv gestalten wie möglich und weitermachen, wie es eben unter den gesellschaftlichen Umständen gerade so geht. Ein paar Dinge, die mich in den letzten Tagen aufgeheitert haben, möchte ich gerne mit euch teilen:

      • Welcome to Cornoa Virus Inc: Ein herrlicher Artikel über das Managementteam eines Virus-Unternehmens, das überlegt, wie es den Markteinstieg des Corona-Virus noch fulminanter gestalten kann und welche Hindernisse es so gibt.
      • Meanwhile at the toilet paper warehouse: Ein höchst amüsierter Niederländer nimmt uns in seinem Video mit in ein bis zum Rand gefülltes Toilettenpapier-Lager – und lacht sich fast kaputt bei dem Gedanken, dass wir bald nicht mehr genug davon haben könnten.

     

    • When the Going Gets Tough, the Tough Get Going: Das Lied in der Swing-Version (aus dem Film Easy Virtue) kenne ich schon länger und ist ein Mutmacher für mich geworden. Als ich es auf YouTube suchte, fand ich das Original- Musikvideo aus dem Jahr 1985 mit Billy Ocean. Wie Michael Douglas, Danny DeVito und Kathleen Turner da ganz engagiert in weißen Anzügen als Backgroundchor rumtanzen – unterhaltsam!

    Habt ihr auch noch weitere Link-Tipps, die Mut machen oder erheitern?

  • Gefunden

    Anders gepolt

    Auf ihrem YouTube-Kanal „Kopfstimme“ präsentiert Bina kleine handgemachte Songs, mal nachdenklich, mal witzig. Der Song „Introvertiert“ blieb mir sofort ohrwurmmäßig im Kopf hängen. Denn nach außen hin wirke ich oft sehr kommunikativ und extrovertiert. Dabei bin ich zu einem nicht geringen Teil introvertiert. Das merke ich vor allem daran, dass ich Gesellschaft sehr mag, sie mich stark inspiriert – aber nicht erholsam für mich ist. Um aufzutanken, muss ich alleine sein. Deswegen finde ich mich in Binas Zeilen auf jeden Fall wieder: „Ich bin nicht schüchtern, ich bin introvertiert und es ist überhaupt nichts falsch mit mir. Es ist nicht so, dass ich Gesellschaft nicht mag – hab viel zu sagen, wenn du mich einfach fragst.”

    Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Introvertierten und Extrovertierten ist wohl der Umfang, in dem sie ihre Gedanken und Gefühle nach außen tragen. Eine sehr extrovertierte Freundin von mir trägt ihr Herz quasi auf der Zunge, ich weiß immer, woran ich bin bei ihr und wie es ihr gerade geht. Das erzählt sie jedem bereitwillig – auch ungefragt 😉 Ich kommuniziere wirklich gerne mit Leuten und höre mir ihre Geschichten an, ich diskutiere auch sehr gerne. Aber selten erzähle ich einfach so von mir selbst. Dazu müsste ich schon gefragt werden. Bei echtem Interesse antworte ich gerne.

    „Ich hasse Smalltalk, hasse telefonieren, kann besser schreiben, als mich zu artikulieren.“
    Zu meiner teilweisen Introvertiertheit gehört auch, dass ich lieber E-Mails schreibe, als Leute spontan anzurufen. Zum einen weiß ich bei einem Anruf nie, ob ich die Person gerade störe. Deswegen finde ich verabredete Telefonate wiederum total in Ordnung. Zum anderen ist es, gerade bei schwierigen Gesprächen und komplizierten Gedankengängen meinerseits, hilfreich für mich, wenn ich mir vorher alles einmal von der Seele schreibe und meine Gedanken sortiere. Das kann ich im Gespräch nicht, dazu brauche ich die Stille. Trotzdem ist ein offenes Gespräch ja dann doch oft für das Gegenüber netter. Deswegen habe ich letztens erst stundenlang an einer E-Mail gesessen, um dann am Ende mit der Person zu telefonieren. Da waren meine Gedanken aber schon sortiert und ich konnte sie besser rüber bringen.

    Wenn dich das Thema Introvertiertheit interessiert, dann kann ich dir die Ausgabe „Still und Stark“ von Psychologe Heute empfehlen. Ich bin damit noch nicht fertig, habe aber schon reingelesen und fand es interessant, wie sie zum Beispiel den Unterschied zwischen Introvertiertheit, Schüchternheit und Hochsensibilität erklären.

  • Empfehlung

    Soll ich gendern?

    Diese Frage stellt Mai Thi Nguyen-Kim in ihrem richtig guten Wissenschaftskanal maiLab von Funk. Was für manche vielleicht keine Frage ist oder höchstens interessant, ist in den Ohren einer ehemaligen Germanistik- und Ethnologie-Studentin, die oft mit Genderwissenschaftlerinnen in einem Raum saß, sehr provokativ. Denn das war in meinem ganzen Studium glasklar: Es wurde gegendert was das Zeug hielt. Und so sehr ich Fan (oder sage ich besser Anhängerin?) des Gedankens bin, dass immer ALLE Menschen mitgenannt sein sollten, so sehr bin ich eine Freundin der einfachen Sprache. Denn auch verständliche Sprache hat etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun. Je verständlicher etwas erklärt wird, desto mehr Menschen können an dem Inhalt teilhaben. Was habe ich also davon, wenn meine Texte politisch korrekt, aber leider nicht mehr lesbar sind? Mai erläutert in ihrem Video unterschiedliche Pro und Contras zum Thema gendern. Sie kommt nicht konkret zu einem Schluss, sondern sagt selbst, dass sie immer noch am Ausprobieren ist. Ich habe auch noch nicht eine wirklich praktikable Lösung gefunden. Mir ist inklusive Sprache wichtig, aber noch wichtiger ist mir die tatsächliche Inklusion im Alltag. Das ist die eigentliche Herausforderung, meiner Meinung nach.

  • Empfehlung

    Black Rock Talk

    Gerade eben habe ich mir die erste Folge von Esra Karakayas Online-Talkshow “Black Rock Talk”” zu Gemüte geführt. Thema der Sendung ist die Katjes-Werbung von Anfang 2018, in der das Model ein Kopftuch trägt. Es ist eine super spannende Diskussion von sechs Frauen, die Kopftuch tragen, Interessantes zu sagen haben und viel lachen. Sie berichten, wie schwierig auch für sie die Gratwanderung ist: Freue ich mich jetzt wer weiß wie, weil endlich mal jemand in der Werbung mit Kopftuch erscheint? Oder sollte ich es nicht weiter thematisieren, weil es ja eigentlich ganz normal sein sollte?

    Fragen, die zum Nachdenken anregen. Ich bin gespannt, auf die nächsten Folgen.