• Empfehlung

    The Hill We Climb

    Das Gedicht der Poetin Amanda Gorman, das sie gestern bei der Inauguration von Joe Biden vorgetragen hat, hat mich bewegt und motiviert. Schaut es euch unbedingt an! Sie beendet das Gedicht mit der Aufforderung zur Hoffnung, die manchmal auch eine gehörige Portion Mut erfordert:

    “For there is always light
    if only we’re brave enough to see it
    if only we’re brave enough to be it. ”

    (Amanda Gorman)

    Den Satz bekomme ich seit gestern nicht mehr aus meinem Kopf 🙂 Hier findet ihr übrigens auch die kompletten Lyrics des Gedichts.

  • Familie,  Journalismus/Medien,  neugierig auf

    Bildungsfernsehen im Lockdown

    Das Bildungsangebot der öffentlich-rechtlichen Sender wird aufgrund des aktuellen Lockdowns gerade erweitert, um die Familien in der Krise zu unterstützen. Wie hilfreich ist das?

    Zu der Frage habe ich diese Woche einen Artikel bei Focus Online veröffentlicht, in dem ich mit Expert*innen und einem Schüler darüber spreche. Doch der Platz war kurz und ich habe noch viel zu sagen. Hier findet ihr deswegen nochmal meine ganz persönliche Sicht und Analyse zum Thema “Bildungsfernsehen”:

    Viele Kinder müssen gerade von zu Hause aus lernen. Deswegen sendet der Bildungskanal ARD-alpha zum Beispiel gerade vormittags drei Stunden das Programm „Schule daheim“, der Kinderkanal KiKa reagiert mit einer Sonderprogrammierung, das ZDF erweitert sein Angebot »Terra X plus Schule« in der Mediathek und auf YouTube. Die Frage, die mir als erste Reaktion durch den Kopf schoss, war: „Ihr erweitert das Fernsehprogramm – im Ernst? Wer guckt das?“ Bei „Schule daheim“ zum Beispiel gibt es an einem Vormittag erst Mathe für die Oberstufe, dann Englisch-Grammatik für die Mittelstufe und zum Schluss erfahre ich noch, wie archäologische Fundstücke geborgen werden. Für Familien, die auf die individuelle Lernsituation ihres Kindes eingehen wollen, ist es schwierig, vom ausgestrahlten Fernsehprogramm zu profitieren.

    Vormittags sitzen viele Kinder in Videokonferenzen oder müssen etwas für die Schule tun. Selbst wenn die Zeit für Bildungsfernsehen da wäre, muss der Inhalt im Fernsehen zufällig zu den Inhalten im Unterricht passen. Die unterschiedlichen Lehrpläne in den einzelnen Bundesländern sind dabei natürlich eine große Herausforderung, die auch nicht von einem Fernsehprogramm aufgefangen werden können. Aber selbst wenn die Lehrpläne in jedem Bundesland einheitlich wären, wäre es trotzdem nicht möglich, mit drei Stunden täglich sämtliche Altersklassen und Fächer auch nur annähernd abzudecken. Wirklich gut nutzen lässt sich das lineare Fernsehen nur, wenn es pädagogisch begleitet wird. Indem Eltern oder Lehrende zum Beispiel gezielt eine Sendung für ihr Kind heraussuchen und die am besten mit ihnen nachbereiten.

    Screenshot der ARD-Mediathek zum Thema Homeschooling (Screenshot: Sarah Kröger)

    Doch ARD und ZDF erweitern nicht nur das lineare Fernsehprogramm, sondern auch die Online-Angebote in den Mediatheken und auf YouTube. Das ist ein viel besserer Ansatz, denn so können Inhalte dann abgerufen werden, wenn sie gebraucht werden. Gerade Jugendliche suchen bei Recherchen für die Schule oft zuerst auf YouTube, da wäre es sinnvoll, wenn möglichst viele Bildungs-Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender auch dort zu finden wären.
    Die große Herausforderung ist jetzt aber, dass die sicherlich hochwertigen Angebote auch gefunden werden: Das virtuelle Klassenzimmer des ZDFs bot bis vor kurzem eine gut strukturierte Übersichtsseite, auf der zum Beispiel Videos für die Mittel- und Oberstufe nach einzelnen Fächern gesucht werden konnten. Nach Jahrgängen wurde hier aber nicht differenziert und so blieb bei vielen Videos die Frage, für welches Alter sie sich eignen. Aktuell ist der Link allerdings nicht mehr verfügbar. Auch im Bereich Zuhause lernen der ARD-Mediathek sind viele tolle Angebote zu finden – vorausgesetzt, man sucht sich etwas durch. Denn auch hier sind die Lernvideos teilweise nur nach Themen, aber nicht nach Alter sortiert oder nur mit vagen Altersangaben versehen (z.B. ab 7 Jahren, ab 11 Jahren). Am übersichtlichsten strukturiert finde ich noch die Schule Daheim Seite der BR-Mediathek.

    Screenshot der BBC Seite Bitesize (Screenshot: Sarah Kröger)

    Dass es auch anders geht, macht die BBC vor, die mit BBC Bitesize ein sehr gut strukturiertes Angebot präsentiert, das für jede Klasse und jedes Thema die unterschiedlichsten Videos bereithält.
    Wäre das nicht schön? So ein tolles, übersichtliches Angebot auch für Deutschland? Auf einer Seite?

     

    Screenshot der BBC-Webseite Bitesize (Screenshot: Sarh Kröger)

    Der Gedanke das Bildungsangebot in Zeiten des Lockdowns zu erweitern, ist also gut, aber es gibt noch viel Luft nach oben. Denn was nützt das schönste Angebot, wenn es nicht gefunden wird?

    Unter diesem Link findet ihr übrigens eine Übersicht aller Angebote der ARD, darunter auch viele Online-Angebote. Allerdings müsst ihr euch auch hier ein bisschen durchwühlen, es sind viele unterschiedliche Links zu ganz unterschiedlichen Themen. Aber wenn ihr den Beitrag bis hierher gelesen habt, dann schafft ihr sicherlich auch das 😉

  • Empfehlung

    Eloquent, enthusiastisch und ehrlich

    Ich hatte schon immer den Verdacht, dass Enissa Amani tiefgründig ist. Das erste Mal wurde ich vor einigen Jahren auf die Comedienne aufmerksam, als sie über ihr Leben als Flüchtlingskind, ihre kommunistischen Eltern oder Nasen-OP-wütige Iranerinnen sprach.

    Vor ein paar Tagen habe ich ihren neuen Podcast auf Spotify entdeckt, der mir nicht nur wegen des Titels gut gefällt: Statements aus Seide.
    Im Podcast redet sie eloquent, enthusiastisch und ehrlich über alle möglichen Themen: Hoffnung, Schönheitsideale, Vorurteile oder Meinungsfreiheit. Gut gefällt mir, dass es bei aller Tiefgründigkeit auch immer wieder etwas zu lachen gibt. Zu Beispiel, wenn sie in der zweiten Folge erklärt, das Schönheit nicht alles ist und es auch auf das natürliche Selbstbewusstsein ankommt, das eine Person ausstrahlt. Was aber nicht hieße, dass Menschen sich nicht auch über Äußerlichkeiten ärgern dürften. Wenn jemand zum Beispiel „Segelohren (…) von hier bis zur Wand“ hat und damit nicht mehr durch die Tür im Supermarkt kommt, dann kann sie schon verstehen, dass das stört. Doch am Ende zählt für Enissa vor allem die innere Haltung: „Es ist nicht das, was du hast, sondern wie du es trägst.“ Tiefgründiges gepaart mit Humor – I like it!

    Hier findest du den Link zu ihrem Podcast. Und wenn du Enissa noch nicht kennst, kannst du sie in diesem Kurzportrait von funk kennen lernen:

     

  • Einfach so,  Familie

    Dezember-Rückblick

    Im Dezember war viel los. Obwohl ich meinen letzten großen Artikel-Auftrag schon am 8. Dezember fertig hatte, gab es viel zu tun: Weihnachts-Deko organisieren, Kekse backen, basteln, Pakete für die Verwandtschaft packen, Geschenke organisieren. Und Kinder bespaßen, die seit Mitte Dezember nicht mehr in die Kita gehen. Zwischendurch noch Rechnungen stellen, Rechnungen überweisen, letzte Newsletter rausschicken etc.

    Jetzt ist langsam Ruhe reingekommen. Wir haben zu viert zu Hause Weihnachten gefeiert und ich komme wieder zum Lesen, Ideen entwickeln und Blog schreiben. Ich wünsche euch noch schöne Feiertage!

    Hier eine kleine Zusammenfassung meines Dezembers in Bildern 😉

  • Empfehlung,  Journalismus/Medien

    Divers und konstruktiv: So könnten Medien sein.

    Zwei Empfehlungen für alle, die “was mit Medien” machen oder gerne welche konsumieren.

    Alltagsrassismus in der Redaktion

    Was? Interview mit Nour Khelifi, einer freien Journalistin aus Österreich, die mittlerweile in Berlin lebt.
    Besonders spannend fand ich: Ich habe Nour Khelifi durch ein Live-Video der Neuen Deutschen Medienmacher*innen letztens auf Instagram entdeckt. Im Live-Video beschrieb sie, wie sie als junge Journalistin oft von den typischen Networking ausgeschlossen war, weil sie kein Alkohol trinkt. Im Interview auf YouTube erzählt sie, dass sie Alltagsrassismus zum ersten Mal richtig zu spüren bekam, als sie als Journalistin anfing. In nahezu jeder Redaktion, in der sie anfing, war sie die einzige mit Migrationshintergrund und für viele Kolleginnen und Kollegen die erste Muslima, mit der sie jemals persönlich geredet hatten. Muss dass der Normalzustand bleiben?

     

    Einseitige Berichterstattung

    Was? Keynote von Bastian Berbner im Rahmen des Constructive Journalism Day 2020.
    Besonders spannend fand ich: Wie viele Teenager-Schwangerschaften gibt es? Wieviel Prozent der Deutschen schätzen sich als glücklich ein? Die meisten Befragten verschätzen sich bei der Beantwortung dieser Fragen. Denn Medien berichten oft so lange über die negativen Ausnahmen in unserer Gesellschaft, bis die Ausnahme irgendwann für die Regel gehalten wird. Deswegen halten Menschen die Welt oft für schlechter und gefährlicher, als sie wirklich ist, meint Berbner in seinem Vortrag. Doch wie lässt sich das ändern? Er empfiehlt Medienschaffenden, sich folgende Frage öfter in der Berichterstattung zu stellen: Was können wir tun? (Beginn ab Minute 10)