• Empfehlung

    “You need a black friend!”

    If you don’t have a black friend – you’re the problem!“
    Dieser Satz der Schauspielerin und Comedienne Wanda Sykes ist mir hängen geblieben. Vor einiger Zeit habe ich mir ihr sehenswertes Stand-Up-Special „Not Normal“ auf Netflix angeschaut, in dem es um Politik, Reality TV und Rassismus geht.  In den letzten Tagen habe ich noch mal viel darüber nachgedacht: Warum gibt es wenig People of Colour in meinem direkten Freundes- und Bekanntenkreis? Auch wenn ich mir meine Freundinnen und Freunde ausgesucht habe, die Freundschaften haben sich auch immer ergeben. Ich lernte Menschen über andere Freunde kennen, über die Schule, die Uni, die Gemeinde oder die Arbeit. In all diesen Netzwerken waren vor allem weiße Menschen. Nicht nur und ich freue mich auch über den diversen Einfluss aus meinem Bekannten- und Freundeskreis. Trotzdem merke ich immer wieder, was für einen Unterschied es macht, ob ich über bestimmte Bevölkerungsgruppen nur in den Medien lese oder sie aus meinem Freundeskreis kenne.

    Seht euch in diesem Ausschnitt an, was Wanda Sykes zum Thema Rassismus und der Darstellung der „Black People“ in den Medien zu sagen hat. Es ist sehr ernst und sehr lustig!
    Und wenn ihr ein Netflix-Abo habt, dann findet ihr hier das Special in voller Länge.

     

     

     

     

  • Empfehlung

    Es ist kompliziert

    Die Die Autorin Kübra Gümüşay hat im Interview mit Edition F ein sehr lesenswertes Interview zum Thema Sprache und ihr Einfluss auf unser Denken und die Politik gegeben. Ihre Äußerung zum Thema Stereotype fand ich interessant, denn es ist ja tatsächlich so: Wir brauchen als Menschen Einordnungen, “Schubladen”, die uns den Alltag erleichtern und Sicherheit geben. Trotzdem sollten wir uns immer bewusst sein, dass jeder Mensch ganz individuell ist und jedem dieses Recht auch zugestehen. Das klingt kompliziert, aber ist unser Leben nicht genau so – kompliziert? Daher fordert Gümüşay auch, dass wir der Komplexität mehr Raum geben.
    Hier könnt ihr das Interview übrigens nachlesen: https://editionf.com/kubra-gumusay-sprache-und-sein-interview/

     

  • Einfach so,  Empfehlung

    Für gut befunden

     

    „Echt witzig. Super spannend!“ Das dachte ich, als ich diese Fundstücke entdeckte. Falls ihr nach gutem Entertainment oder interessanten Talk-Formaten sucht, hier habe ich was für euch:

     

    Die Serie: In „Frau Jordan stellt gleich“ kämpft die Gleichstellungsbeauftragte Eva Jordan (gespielt von Katrin Bauerfeind) gegen sexistische Werbung und setzt sich für Frauen bei der Feuerwehr und Männer in PEKIP-Kursen ein. Superlustig, viel Wortwitz und gleichzeitig auch was zum Nachdenken 🙂

    Zitat: „Prinzessin ist ein Arschlochjob!“.

    Link zu den einzelnen Folgen: www.joyn.de/serien/frau-jordan-stellt-gleich


    Der Podcast: Im „After Corona Club“ befragt Anja Reschke Expertinnen und Experten zu den Auswirkungen der Krise: Was bedeutet sie für Künstler*innen, was für das Klima? Wie verändern sich die Städte? Wie unsere Psyche?

    Link: Zum Podcast und zum Videoformat.

     


    Die Hymne: Bodo Wartke besingt in seinem neuen Song mit einem Augenzwinkern den Podcast des Virologen Christian Drosten.

    Zitat: „Und während wir uns alle hier voneinander distanzieren und in der Isolation verrosten,
    hält dieser Mann das Land auf dem neusten Stand und bleibt für uns auf Posten: Christian Drosten!“

     

  • Empfehlung

    Permanent Record

    Wir machen gerade Hauptstadt-Urlaub und endlich komme ich dazu, die Autobiografie von Edward Snowden weiter zu lesen, dessen Enthüllungen Einblicke in das Ausmaß der Massenüberwachung in den USA gaben.

    Das über 400seitige Buch des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters liest sich an manchen Stellen wahnsinnig schnell und beschreibt spannende Insider-Details über die CIA und die NSA. Einige Teile musste ich jedoch auch überblättern, weil mir die technischen Details etwas zu komplex waren. Durch das Lesen habe ich jedenfalls eine gute Vorstellung davon bekommen, wie Edward Snowden so als Typ ist (ein krasser Nerd!) und was die Motivation des Whistleblowers war. Definitiv ist er ein Mensch mit klaren Überzeugungen und einer starken Haltung, die ich bewundere. Er war 29 Jahre alt, als er riskierte, seine Familie und seine Frau nie wieder zu sehen, um für das Recht auf Privatsphäre zu kämpfen.

     „Es besteht immer eine Gefahr, wenn man eine hochqualifizierte Person zu schnell zu weit aufsteigen lässt, bevor sie genug Zeit hatte, um zynisch zu werden und ihren Idealismus aufzugeben.“ (S. 347)

    Beim Lesen lief mir ab und zu ein Schauer über den Rücken, zum Beispiel wenn er beschreibt, wie Geheimdienst-Mitarbeiter die Telefonate ihrer Partnerin abhören und ihre E-Mails lesen. Oder wenn Snowden über das Löschen von Daten spricht:

    „In Wahrheit hat das Löschen technisch nie in dieser Form existiert. Das Löschen ist nur ein Trick (…), eine wenig noble Lüge, die uns die Computertechnik erzählt, um uns zu beruhigen (…). Die gelöschte Datei verschwindet zwar aus dem Blickfeld, aber weg ist sie nur in den seltensten Fällen.“ (S. 337)

    Ich würde ja jetzt gerne sagen, kauft dieses Buch und unterstützt damit Edward Snowden  – aber leider hat ein US-Gericht im Dezember 2019 geurteilt, dass der Erlös aus dem Verkauf des Buches nicht ihm, sondern dem amerikanischen Staat zusteht. Also sage ich lieber: Lest dieses Buch, egal wie, vielleicht leiht ihr es euch auch einfach aus.

  • Berlin,  Empfehlung

    Schrebergarten in Corona-Zeiten

    Unser Schrebergarten hat sich mittlerweile zu einem Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Wir teilen ihn aktuell mit einer anderen Familie mit zwei Kindern und noch einer weiteren Freundin. Als wir uns das überlegt hatten, war Corona noch lange nicht in Sicht.

    Jetzt freuen wir uns, dass es so gekommen ist und wir den Garten mit anderen teilen können, die nun wie wir die Möglichkeit haben, mal aus ihrer Wohnung rauszukommen. Das Bewirtschaften von Kleingartenanlagen ist in Berlin nämlich weiterhin erlaubt und deswegen sind wir gerade zwei, drei Mal die Woche im Schrebergarten und sehr dankbar dafür, ihn zu haben.

    In letzter Zeit habe ich mit mehreren Menschen darüber gesprochen, die überlegen, sich auf einen Schrebergarten zu bewerben. In Berlin kann man das zum Beispiel über die einzelnen Bezirksverbände machen, bei uns kostete es damals 25€ Bewerbungsgebühr und wir haben 1,5 Jahre lang auf einen Platz gewartet. Die Einmalkosten sind hoch, man muss quasi alles abkaufen, was auf dem Garten schon steht (Haus, Obstbäume etc.), so ca. zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Die jährlichen Kosten sind dafür sehr niedrig, wir haben letztes Jahr für Strom, Wasser, Pacht, Mitgliedschaft etc. knapp 400 Euro bezahlt.

    Wer wie wir sagt: Alleine ist irgendwie langweilig, ich würde gerne gerne einen Gemeinschaftsgarten gründen – für den habe ich einen passenden Artikel: Für die soziale und ökologische Triodos Bank habe ich einen Beitrag zum Thema Gemeinschaftsgärten geschrieben. Was müssen wir beachten bei der Gründung, wie finden wir ein Grundstück, wie finanzieren wir das Ganze? Zum Glück dürfen aktuell auch Gemeinschaftsgärten bewirtschaftet werden, aber eingeschränkt. Die Gartenwerkstadt Ehrenfeld, über die ich im Artikel berichtet habe, musste ihre regelmäßigen Gartentreffs absagen, da Versammlungen von Vereinen aktuell untersagt sind. Sie gärtnern nun privat im Gemeinschaftsgarten jeder für sich und natürlich mit Abstand. Falls ihr noch keinen Gemeinschaftsgarten habt, vielleicht kommt ihr durch den Artikel ja auf den Geschmack?

    Noch ein Wort zum Beitragsfoto: Die Möhren haben wir gestern aus dem Beet ausgebuddelt, sie wurden den Winter über vergessen. Krass, wie lange sie sich gehalten haben! Der Geschmack war nicht mehr taufrisch aber noch ok. 🙂