• Arbeit,  Einfach so

    Mein Highlight des Tages

    Gestern hat mir eine Studentin geschrieben, deren Hausarbeit ich korrigiert hatte. Ich habe nämlich an der FU-Berlin letzten Herbst ein Projektseminar unterrichtet, in dem ich die Studierenden dabei unterstützt habe, ein innovatives Bildungsprojekt zu entwickeln und fiktiv zu beantragen.

    Den Job habe ich über alte Fundraising-Kontakte bekommen und ist eine tolle Abwechslung zum Journalismus. Es macht mir Spaß, gemeinsam zu überlegen, welche Inhalte realistisch sind, wie ein Finanzplan auszusehen hat und was alles in einen Maßnahmenplan rein muss. Da ich nicht davon ausgehen konnte, dass die Studierenden das irgendwo schon mal gemacht haben und auch die begleitende Vorlesung ja nur theoretisch ist, gab ich mir viel Mühe mit der Begleitung während des Semesters und eben auch bei der Korrektur.  So kam es dann auch dazu, dass sich die Studentin, der ich leider eine 3,0 geben musste, sich trotzdem bei mir bedankte 🙂

    Und ich muss mir die Frage stellen, wie Studierende heutzutage etwas lernen sollen, wenn sie anscheinend kaum ausführliches Feedback bekommen? Ich weiß, dass das auch immer eine Frage der personellen Kapzitäten ist. Mein Lehrauftrag ist finanziell nicht sonderlich attraktiv, zumindest nicht, wenn ich mir die Zeit nehme, die ich mir gerne für jeden einzelnen nehmen möchte. Wer ausschließlich davon leben muss, kann sich eine qualitative Betreuung der Studierenden wahrscheinlich kaum leisten. So ist es ja leider an so vielen Stellen: In den Kitas mangelt es an Erzieher*innen, in den Schulen an Lehrpersonal. Bildung braucht fast immer mehr Zeit, als vorhanden.

     

  • Einfach so

    Na, immer noch Langeweile?

    Wir haben seit einiger Zeit einen smarten Lautsprecher bei uns im Badezimmer stehen. Mein Mann hatte ihn aus Neugierde gekauft und mittlerweile hat sich die Box dort bewährt. Beim Duschen lässt sich so zum Beispiel bequem noch mal die Musikrichtung wechseln („Alexa, spiele Funk … NEIN, nicht Punk, Funk!“). Morgens können wir die Kinder oft mit dem Zähneputz-Skill zum Zähneputzen motivieren. Wenn sie „Alexa, lass uns Zähneputzen“ sagen, fragt Alexa freundlich, ob die Zahnbürste schon zur Hand ist und spielt dann ein Zähneputz-Lied der Wahl ab.
    Da ich letztens ein bisschen unter Lockdown-Langeweile litt, dachte ich, es wäre eine gute Idee, Alexa zu fragen, ob sie mir da weiterhelfen kann. Das Gespräch mit ihr habe ich zu Unterhaltungszwecken für euch aufgeschrieben. 🙂

    Ich: Alexa, mir ist langweilig
    (Stellt euch hier die grundsätzlich freundliche, aber etwas monotone Stimme von Alexa  vor)
    Alexa:
    Du hast Langeweile? Wenn du magst, verschaffe ich Abhilfe. Wie langweilig ist dir denn?
    Ich: Sehr langweilig.
    Alexa: Sehr langweilig? Oha, ein schwieriger Fall. Hast du denn etwas Zeit?
    Ich: Ja, jede Menge.
    Alexa: Wunderbar. Auf einer Skala von 1 bis 10 – wieviel Energie steckt heute in dir?
    Ich: Fünf.
    Alexa: Das ist nicht so schlecht. Du könntest ausmisten oder jemanden anrufen, den du schon lange nicht mehr angerufen hast. … Na, immer noch Langeweile?

    Ich: Ja. (traurig)
    Alexa: Okay. Wie langweilig ist dir denn?
    Ich: Mir ist sehr langweilig.
    Alexa: Sehr langweilig? Oha, ein schwieriger Fall. Hast du denn etwas Zeit?
    Ich: Nur ein bisschen.
    Alexa: Sorry, das habe ich leider nicht verstanden.
    Ich: Ja. (leicht genervt)
    Alexa: Wunderbar. Auf einer Skala von 1 bis 10 – wieviel Energie steckt heute in dir?
    Ich: Zwei.
    Alexa: Nicht so viel. Mmh. Wollen wir gemeinsam ein Buch oder einen Podcast hören? (Spricht weiter, ohne Pause für die Antwort zu lassen) Na, immer noch Langeweile?

    Ich: Ja, lass uns einen Podcast hören.
    Alexa: Verzeihung, war das ein Ja oder Nein?
    Ich: Ja. (genervt)
    Alexa: Okay. Wie langweilig ist dir denn?
    Ich: Ein bisschen.
    Alexa: Ein wenig Langeweile also. Da kann man gut ansetzen. Wieviel Zeit haben wir denn heute?
    Ich: Eine halbe Stunde.
    Alexa: Wenig Zeit und etwas Langeweile. Da kann ich Abhilfe leisten. Du könntest das Quiz des Tages starten oder das Quiz der Tierlaute. Sage: „Gib mir das Quiz der Tierlaute“.
    Ich: Gib mir… (Ich werde von Alexa unterbrochen)
    Alexa: Na, immer noch Langeweile?

    Ich: Gib mir das Quiz der Tierlaute.
    Alexa: Leider konnte ich das gewünschte Quiz nicht finden. Möchtest du stattdessen Testgeschenke probieren?
    Ich: Ja. (sehr genervt)
    Alexa: Okay. Wie langweilig ist dir denn?
    Ich: Sehr.
    Alexa: Sehr langweilig? Oha, ein schwieriger Fall. Hast du denn etwas Zeit?
    Ich: Jaaaa.
    Alexa: Wunderbar. Auf einer Skala von 1 bis 10 – wieviel Energie steckt heute in dir?
    Ich: Null.
    Alexa: Nicht so viel. Mmh. Wollen wir gemeinsam ein Buch oder einen Podcast hören? (An dieser Stelle bricht das Gespräch ab, ich schmeiße Alexa gerade aus dem Fenster.)

     

  • Einfach so,  Familie

    Dezember-Rückblick

    Im Dezember war viel los. Obwohl ich meinen letzten großen Artikel-Auftrag schon am 8. Dezember fertig hatte, gab es viel zu tun: Weihnachts-Deko organisieren, Kekse backen, basteln, Pakete für die Verwandtschaft packen, Geschenke organisieren. Und Kinder bespaßen, die seit Mitte Dezember nicht mehr in die Kita gehen. Zwischendurch noch Rechnungen stellen, Rechnungen überweisen, letzte Newsletter rausschicken etc.

    Jetzt ist langsam Ruhe reingekommen. Wir haben zu viert zu Hause Weihnachten gefeiert und ich komme wieder zum Lesen, Ideen entwickeln und Blog schreiben. Ich wünsche euch noch schöne Feiertage!

    Hier eine kleine Zusammenfassung meines Dezembers in Bildern 😉

  • Einfach so,  Empfehlung

    Was machen wir uns Sorgen um den Herbst?

    Heute beglücke ich euch mit einem tristen Foto von meinem Schreibtisch aus. Es regnet. Der Herbst ist da.

    Und mit ihm auch die Sorgen vor einer weiteren Corona-Welle. Nun gibt es ja auch immer wieder Leute, die sagen: “Hey, wo ist das Problem? Was macht ihr euch für Sorgen? Ist doch alles gut gelaufen in Deutschland.” Dazu möchte ich gerne Christian Drosten zitieren, der letzte Woche im Podcast Coronavirus-Update (Folge 56)  über Menschen, die an den Corona-Maßnahmen zweifeln, sagte:

    Zu suggerieren, das wäre doch alles nicht nötig gewesen, ist genauso intelligent, wie in dieser schönen Spätsommerwoche zu sagen: „Es regnet doch gar nicht. Was machen wir uns Sorgen um den Herbst? Was reden wir über Nebel und Regen?“

    Ja, was machen wir uns Sorgen über den Regen? Hier ist er, ich präsentiere ihn live von meinem Arbeitsplatz aus. Und hoffe sehr, dass es nur beim Regen bleibt.

  • Einfach so,  Empfehlung

    Wie geht Erfolg?

    Ständig höre ich: Du musst dich verkaufen.
    Kann sein. Aber noch lieber lese ich ein gutes Buch, ernte Äpfel oder schreibe über Dinge, die mich berühren.
    Ständig lese ich: Spezialisiere dich, suche dir ein Nischenthema – dann wirst du erfolgreich.
    Die Welt ist viel zu spannend, um sich nur für eine Sache zu interessieren, denke ich dann und bin schon wieder neugierig auf das nächste große Ding.
    Ständig erfahre ich: Du musst mehr Suchmaschinenoptimierung betreiben und überall wichtige Buzzwords einbauen.
    Vielleicht. Aber dann bleibt von den Texten ja nicht mehr viel übrig. Suchmaschinenoptimierung versus Textoptimierung.


    Doch dann höre ich wie Mai Thi Nguyen-Kim sagt:

    Ich bin davon überzeugt, dass der beste unique selling point man selbst ist“.

    Also bleib ich einfach wie ich bin. Und schlage zwei Fliegen mit einer Klappe 🙂