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Podcast “Alles gesagt” mit Eva Schulz

Ich höre gerade eine super spannende Podcast-Folge von „Alles gesagt“. Der Podcast ist vom ZeitOnline Magazin und hat ein Konzept, was mir sehr gut gefällt: Es wird so lange geredet, bis der Interviewgast keine Lust mehr hat.

ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend und ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner stellen mal 90 Minuten lang, mal 5 Stunden lang ihren Gästen Fragen. Doch es kommt keine richtige “Interview”-Atmosphäre auf.  Eigentlich hatte ich mehr das Gefühl, dass ich drei, in ein interessantes Gespräch vertieften, Menschen heimlich beim Mittagessen lauschen kann. Echte Konversationen dauern meistens immer länger als die 30 oder 60 Minuten, die uns oft in einem Podcast angeboten werden. Mir gefällt die entspannte Atmosphäre im Interview, die sicherlich auch dadurch entsteht, weil es kein Zeitlimit gibt und keine Fragen, die schnell noch abgearbeitet werden müssen.

In der aktuellen Folge wird Eva Schulz interviewt. Ich kannte vorher weder sie, noch ihr Politik-Format „Deutschland3000“ von funk, das für junge Leute zwischen 14 und 29 politische Themen in dreiminütigen Videos aufbereitet. Es macht unglaublich viel Spaß Eva zuzuhören, sie ist nicht nur sehr neugierig, sondern auch sehr lustig. Als das israelische Essen geliefert wird, fragt sie: „Hat irgendwer hier so ‘nen Hygienefimmel oder dürfen wir mit allem überall rein?“

Eva studierte Kommunikation, Kultur und Wirtschaft, später dann Urban Studies. Sie hat also nicht über die klassischen Ausbildungswege (Volontariat, Journalistenschule) zum Journalismus gefunden. Auch in ihrem Redaktionsteam sind kaum Menschen aus Journalistenschulen zu finden. Das liege daran, meint sie, dass dort nicht zeitgemäß ausgebildet werde. „Ich finde da keine Leute, die die Skills haben, die wir brauchen“, sagt Eva. Neben guten Recherche-Fähigkeiten, brauche ihr Format vor allem Leute, die wissen, wie für Sozial Media produziert wird und wie sich Inhalte im Internet verteilen.

In der Folge berichtet sie auch darüber, wie sie sich als Teenager für Webseiten und HTML interessierte, erzählt von ihrem politischen „Erwachen“ und wie es möglich ist, politische Themen für junge Leute interessant zu gestalten. Hört rein!

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